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Wildkaninchen „Stalker“ ist in Stall-Kaninchen-Dame verliebt

Es ist schon eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die sich derzeit in einem Garten im Neubaugebiet Kreskenhof abspielt. Sie handelt von einem frei lebenden Wildkaninchen, das in heftige Zuneigung zu einem weiblichen Stallhasen entbrannt ist.

„Schon im letzten Jahr kam das Wildkaninchen immer in unseren Garten und gesellte sich nur durch einen Draht getrennt zu unseren zwei Stallkaninchen und den drei Zwergkaninchen“, erzählt Gabriele Denker. Weil das Tier immer wieder auf der Matte stand, gab Familie Denker ihm den Namen „Stalker“.

Stalker markiert sein Revier

„Stalker kommt und geht, markiert ständig sein Revier, hat kleine Machtkämpfchen mit unseren Männchen und buddelt ständig Löcher in unseren Rasen“, so Gabriele Denker. „Trotzdem haben wir ihn gern und geben ihm auch Futter.“ Schon morgens um 7 Uhr steht Stalker schmachtend vor dem Stall seiner besten Freundin. Zwischendurch geht er in Nachbargärten und frisst dort die Blumen ab. „Stalker hat ein Faible für bunte Kaninchen, niemals habe ich ihn mit wilden Artgenossen gesehen“, sagt die Holsterhausenerin. Inzwischen sei Stalker fast handzahm und man kann sich ihm bis auf zwei Metern nähern.

Obwohl der Hund der Familie Denker dafür sorgt, dass Stalker mehrmals am Tag den Garten fluchtartig verlassen muss, ist die Sehnsucht nach den Stallhasen-Damen ungebrochen. Besonders schlimm war es im letzten Winter, als die Stallkaninchen wegen der Minustemperaturen ins Gartenhaus mussten. „Das war ein Drama: Sehnsüchtig stand Stalker aufrecht an der Scheibe und wollte unbedingt zu seinen Weibchen. Aus Mitleid haben wir ihm einen Unterschlupf mit Stroh und reichlich Futter gegeben“, sagt Gabriele Denker.

Ein Riesenschrecken

Am 1. Mai hat Stalker der Familie Denker einen Riesenschrecken eingejagt: „Er ist ins Gehege eingedrungen und ich fand das Weibchen, das kastrierte Männchen und ihn völlig am Ende der Kräfte in der Ecke liegend vor“, so Gabriele Denker. „Ich habe mich sofort bei meiner Tierärztin erkundigt, ob es bei Kaninchen eine Pille danach oder eine Abtreibung gibt, aber Gott sei Dank blieb uns der Kindersegen erspart…“

Autor: Michael Klein

Quelle: Dorstener Zeitung vom 11.06.2012